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Weihnachten mit Gehirn - Computer Interface – Eine Kurzgeschichte


Manche wollen die Gehirne der Menschen mit dem Computer direkt vernetzen so dass die Gedanken im digitalen Zeitalter über das Internet 24h 7 Tage die Woche miteinander vernetzt sind und die Gehirne der Menschen gleichzeitig mit Artificial Intelligence wie Google und anderen Diensten und Anwendungen höchstwahrscheinlich inkl. Überwachungsanwendungen der Regierungen ständig verbunden sind. Es ist einen Tag vor Weihnachten und wir stellen uns deshalb in folgender Kurzgeschichte einmal vor wie Weihnachten ablaufen kann wenn alle Menschen ein solches Gehirn - Computer Interface bekommen haben.

 

Das Gehirn - Computer Interface ist eingeführt. Yvonne die Mutter von Tanja ihrem Kind hat vor 2 Monaten zusammen mit ihrer Tochter das Interface implantiert bekommen und hängt wie alle Menschen nun ständig mit ihrem Gehirn im Netz. Das Interface wurde weltweit zeitgleich eingeführt um zu verhindern, dass eine noch höhere soziale Ungerechtigkeit durch vernetzte Supermenschen und nicht vernetzte Hippies die sich dieser Zukunft widersetzen entsteht. Die Regierungen der Welt versprechen sich durch Überwachung der Gedanken der Menschen Verbrechensvermeidung statt Bekämpfung da man bereits aufgrund der Gedanken mit Polizeikräften vor Ort sein könne noch bevor das Verbrechen verübt würde und finanzierten bereitwillig die Auslieferung des Breitband - Gehirn Computer Interfaces an die gesamte Bevölkerung. Die Schulen haben bereits umgestellt, es wird so unterrichtet, dass Kinder unter Zuhilfenahme des Interfaces und des Internets nur noch forschen anstatt zu lernen.

 

Es ist Weihnachten. Yvonne will Tanja die Puppe schenken welche Tanja ihr durch Gedankenübertragung mittels Interface ins Gehirn verpflanzt hat. Natürlich weiß Yvonne dass ihre Tochter diesen Wunsch nach dieser Puppe hat seit über das Interface von Google der entsprechende Werbegedanke in Tanja's Bewusstsein gedrungen ist. Diese werbefinanzierten AI Services wie Google hat es aber auch schon vor dem Interface gegeben. Yvonne hat die Puppe in Geschenkspapier verpackt und unter den Christbaum gelegt. Da kommt ein Gedanke von Tanja über das Interface herein, dass ihre Tochter voller Neugier die Gedanken ihrer Mutter doch längst im Netzwerk empfangen hätte und Tanja den Aufwand das Geschenk im Zeitalter des Interfaces zu verpacken nicht verstehe denn sie würde jetzt viel lieber schon mit ihrer neuen Puppe spielen. Yvonne hat wohl die Privatssphäre Einstellungen des Interfaces falsch gesetzt und vergessen, dass ihre Tochter und sie alle Gedanken miteinander teilen. Die entsprechende Möglichkeit zu Weihnachten eine andere Privatsphäre Einstellung zu wählen als unter dem Jahr um Weihnachtsgeschenke als Überraschung zu verpacken findet sie nicht und nimmt über das Interface Kontakt zur Herstellerfirma auf um eine solche Einstellungsmöglichkeit an den Support zu melden. Die Warteschlange an Änderungswünschen ist aber in den letzten 2 Monaten so angewachsen, dass unklar ist ob diese Änderung bis zum nächsten Weihnachten umgesetzt werden kann. Ihre Tochter hat in der Zwischenzeit virtuellen Kontakt zu anderen Puppenspielern aufgenommen um über das Interface mit anderen Kindern Puppen zu spielen. Der entsprechende Service ist natürlich ebenfalls wieder werbefinanziert. Es dauerte genau 15 Minuten bis der erste unwiderstehliche Werbegedanke in Tanja's Gehirn Einzug hält und ihr den Gedanken an Milka Schokolade ins Gehirn pflanzt. Tanja quengelt über das Interface im Gehirn ihrer Mutter dass sie eine Tafel Schokolade haben möchte. Yvonne gibt ihr die Milka Herzchen die sie eigentlich für ihren Ehemann zu Weihnachten verpacken wollte denn ihr Ehemann hat ihr über das Interface zu verstehen gegeben dass er unter diesen Umständen das verstehe und die Überraschung der Herzchen sowieso keine mehr sei. Er hoffe aber ihre Anfrage sei bis zum nächsten Weihnachten von der Herstellerfirma umgesetzt. Zufrieden nascht Tanja die Milka Herzchen und Yvonne ist klar, dass Tanja keinen Hunger mehr haben werde und sie sich das aufwändige Essen welches sie für Weihnachten vorbereiten wollte sich jetzt auch sparen könne. Frustriert über die Nachteile ihres ins Gehirn implantierten Interfaces gießt sie sich ein Glas Rotwein ein und trinkt. Was ist das? In großer roter Schrift kommt „Alkohol detected“ vor ihrem Auge und sie bekommt eine wohl automatisierte Nachricht von der Bezirkshauptmannschaft (BH) dass sie bei ihrer letzten Führerschein Untersuchung angeführt hätte keinen Alkohol zu trinken. Die BH fordert sie auf im Jänner unverzüglich auf eine natürlich wieder kostenpflichtige Nachuntersuchung zu kommen und dieses Mal die Wahrheit im entsprechenden nun für das Interface digitalisierten Formular anzuführen.

 

Yvonne's Frustration steigert sich weiter und sie trinkt noch ein Glas und noch ein Glas bis eine weitere rote Schrift zu sehen ist, dass ihr per Interface die Gehirnregionen für's Autofahren gesperrt wurden da sie den entsprechenden Alkoholpegel überschritten hätte. Das können die also auch, Leute einfach in bestimmten Tätigkeiten blockieren, denkt sich Yvonne und nimmt diese Zukunft der Verbrechensvermeidung statt Bekämpfung machtlos zur Kenntnis. Sie stellt etwas Toast auf den Küchentisch, den gekauften Lachs daneben und überträgt den Gedanken an ihre Familie „Bedient euch selbst wenn ihr Hunger habt, ich gehe ins Bett“. Da sie sich für ihre Träume interessiert startet sie den Interface – Recorder um ihre Träume aufzuzeichnen und legt sich schlafen. Das war also Weihnachten mit dem neuen Gehirn - Computer Interface.

 

Ich wünsche uns allen frohe besinnliche und vor allem analoge statt digitale Weihnachten!