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Systemische Gedanken zu ERP Projekten


Der Unternehmensgründer Bernhard Mähr hat in seiner Karriere bereits für mehrere ERP Dienstleister gearbeitet und auch für das Unternehmen Ölz Meisterbäcker im Kundensystem die Perspektive eines Kunden, der ein ERP Projekt in Auftrag gegeben hat, erlebt und ein solches Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. Dieser Perspektivenwechsel vom beratenden System zum Klientensystem erlaubt es Bernhard Mähr die Probleme im Projektmanagement aus einem umfassenderen Blickwinkel zu betrachten als dies für viele Projektleiter möglich ist. Zu seinen Erfahrungen schreibt Bernhard Mähr nun folgendes.

 

In meinem Einstiegsjob in die Welt der ERP Systeme in einem ERP Dienstleistungsunternehmen hatte ich viele negative Erfahrungen und einen Chef der ständig an seinen Mitarbeitern kritisierte und meiner Meinung nach sogar notorischer Choleriker war. Kein Projekt wurde ihm schnell genug umgesetzt, keine Arbeit und war sie noch so gut konnte zur vollsten Zufriedenheit des Geschäftsführers erledigt werden. Dies lag vor allem meistens an der Dauer die diese Tätigkeiten in Anspruch nahmen. Entsprechende Unzufriedenheit herrschte im gesamten Unternehmen bei vielen Mitarbeitern. Die Programmierer gaben sich entweder ständig selbst die Schuld für ihr Versagen oder schoben das Problem im besten Fall durch ein Refraiming zumindest auf die Tatsache, dass die Zeitvorgaben unrealistisch waren und eben nicht aus einem Expertenurteil, also einer Einschätzung eines Programmierers, entstanden sondern zumeist auf Basis der Wunschvorstellungen der Geschäftsleitung begründet waren. Besonders für neue Mitarbeiter wie ich damals bei meinem Ersteinstieg ins ERP Geschäft einer war, war zu wenig Geduld und Einsicht vorhanden, dass diese Mitarbeiter auch Fehler machten und durch die nötige Einarbeitung in neue Themen länger für ihre Arbeit haben würden. Einige Zeit später hatte ich die Chance an einem Projekt für Ölz Meisterbäcker im Kundensystem der ERP Beratung zu arbeiten und so den Perspektivwechsel vom beratenden System ins tatsächliche Kundensystem machen zu können. So stellte ich auch fest welche Probleme beim Kunden alleine aus der Tatsache entstanden, dass ein ERP Projekt für ca. 1/3 der Kosten verkauft wurde die es tatsächlich verursachte und mindestens doppelt so lange dauerte wie ursprünglich geplant. Ich sah mir auch die Unterlagen an die besprochen wurden und konnte nur den Kopf schütteln was hier verkauft wurde. Erst durch diese neue Perspektive außerhalb des ERP Dienstleistungsunternehmens erkannte ich die wahre Ursache meiner Probleme in dem vorangegangenen Job bei meinem Ersteinstieg ins ERP Geschäft und ich war froh ein entsprechendes systemisches Refraiming von Selbstvorwürfen hin zu unrealistischen Erwartungen für mich vorgenommen zu haben. Ich recherchierte etwas und stolperte auf Artikel die von erfahrenen IT Managern verfasst wurden und in denen doch tatsächlich erfahrene IT Manager Empfehlungen gaben jedes ERP Projekt von den Kosten und Zeitaufwänden her gesehen grundsätzlich schon vor dem Kauf mit PI also mit der Zahl 3,14 zu multiplizieren bevor man sich für den Kauf entscheiden würde. Es scheint sich also um eine regelrechte Krankheit zu handeln trotz genauem Wissen über die Notwendigkeit realistische Kosten und Aufwände zu planen beim Verkauf möglichst billig aber selbstverständlich dennoch Verrechnung nach Aufwand zu verkaufen mit dem Wissen das Dreifache für ein Projekt zu verrechnen und damit auch das Dreifache zu verdienen was üblicherweise auch den dreifachen Aufwand bedeuten würde.

 

Die Folgen sind die üblichen Symptome dieser Krankheit. Der Kunde wird unzufrieden und kritisiert ständig die Arbeit des ERP Dienstleisters. Der Geschäftsführer des ERP Dienstleisters lässt sich von der Unzufriedenheit anstecken und gibt im schlimmsten Fall diese Unzufriedenheit einfach an seine Mitarbeiter, insbesondere die Programmierer weiter. Diese Programmierer können am allerwenigsten dafür und müssen schlucken, da sie bei den Verkaufsentscheidungen meist nicht dabei waren aber nun die Situation ausbaden dürfen. So ist die Gesamtsituation für alle Beteiligten wenig erfüllend, Kündigungen sind nicht selten Folgen dieser Krankheit. Einzig ein erfahrener IT Manager, der nun mit seiner Expertise dazu nur noch sagen kann „Ich habe es euch ja gesagt, trifft es nicht ganz“ kann wenn er es geschickt anstellt von seiner Expertise und dem Wissen über diese Krankheit in seiner Karriere profitieren. Nach einer solchen Erfahrung dürfte die Geschäftsleitung im Kundensystem seine Expertise gänzlich anders wahrnehmen. Wenn auch solche erfahrene IT Manager, die von realistischen bzw. unrealistischen Projektvorstellungen reden zunächst gerne vom ERP Dienstleister als die Blockierer hingestellt werden und in ihrer Karriere mit dem Argument des notwendigen Change – Managements gefährdet werden, weil sie ganz offenkundig der notwendigen Veränderung im Unternehmen negativ gegenüberstehen – so scheint es jedenfalls zunächst – bekommen sie persönlich Energie aus dem Wissen heraus dass es einfach richtig ist auf diese Krankheit hinzuweisen und davor zu warnen.

 

Dass es gesamthaft gesehen auch anders geht erfahre ich jetzt in meiner aktuellen Tätigkeit. Ich habe ein ERP Unternehmen gefunden bei dem darauf geachtet wird das Projekt zu einem realistischen Preis zu verkaufen, auch mit dem Wissen sicherlich nicht der günstigste Anbieter zu sein. Ein IT Manager, der auf dieses Unternehmen die PI – Formel – also einer Multiplikation der Aufwände mit 3,14 – anwendet würde dem Unternehmen Unrecht tun wie zahlreiche bereits erfolgreich absolvierte ERP Projekte zeigen. Das Klima unter den Mitarbeitern ist entsprechend gesund und führt damit automatisch zu mehr Glück und Zufriedenheit. Auch die Energie ist höher was sich in der täglichen Arbeit natürlich ebenfalls positiv bemerkbar macht.

 

Bernhard Mähr ist hauptberuflich Programmierer und bietet nebenberuflich mit seiner Unternehmensgründung auf www.laendlekurs.com auch Webinare zum Thema Projektmanagement an. Auf Quofox können Sie auch eine Exklusivanfrage stellen wenn Sie von seinem reichen Erfahrungsschatz im ERP Bereich profitieren wollen und eine unabhängige Meinung zu einem Vorhaben einholen wollen. Aufgrund der Tatsache dass es auch ERP Dienstleistungsunternehmen gibt die ERP Projekte ohne diese PI 3,14 – Krankheit verkaufen wäre es eigentlich tatsächlich eine Idee auf einem Online Portal im Rahmen einer Bewertung der ERP Dienstleistungsunternehmen den tatsächlichen Faktor zu erheben der je nach ERP Dienstleister üblicherweise eingerechnet werden müsste. Wenn Sie das auch so sehen, dann geben Sie doch Bernhard Mähr per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Feedback zu dieser Idee. Bei regem Interesse ist er für die Umsetzung guter Ideen immer zu haben.